Tag 1
Entweder hören oder hier lesen!
50 Jahre lang freute sich die Tochter von Eduard Ebel über Tantiemen für ein Lied, das es niemals in die Liturgie der kirchlichen Weihnacht geschafft hatte. „Weihnachtsgruß“, hieß es ursprünglich und wurde als Gedicht erst 1895 veröffentlicht. Damit ist es eins der jüngsten deutschen Weihnachtslieder die ich Euch in den nächsten Tagen präsentiere.
Es gab also dieses Gedicht „ Weihnachtsgruß“, aber die Musik dazu ist vielleicht sehr viel älter. Ganz genau weiß man nicht wo sie herkommt. Man vermutet, dass sie Ende des 18 Jahrhunderts entstanden ist. Die Feinheit der Melodie hat durchaus etwas barockes. Vielleicht war Herr Ebel lediglich inspiriert und hat einige bereits bestehende Tonfolgen übernommen. Es gibt zwar unendlich viele Möglichkeiten Töne und Rhythmen zusammenzusetzen, aber den einzig originellen Popsong schrieben Adam und Eva. Ich möchte damit sagen, dass es fast unmöglich ist, nicht auch etwas von bestehenden Werken zu übernehmen, wenn etwas neues gescahffen wird. Im Grunde beruht unsere heutige Popkultur auf den Wurzeln der alten Musik.
Betrachten wir es aber ganz genau, könnte Daniel Gottlob Türk einer der Kandidaten sein, der in Insider Kreisen als Komponist der Meldodie gehandelt wird. 1792 schrieb dieser ein Stück, das zumindest Ähnlichkeiten aufweist. Und wenn es ein paar Tonfolgen gibt die sich ähneln, am Ende wurde die Melodie durch den Text bekannt und spielte Eduard Ebels Tochter insgesamt eine Summe von 500 000 DM ein. Wahrscheinlich nichts im Vergleich zu dem was es sonst erwirtschaftet hat. Viel Spaß beim lauschen!
